Donnerstag, 6. Oktober 2016

Stürmisches Ende



… für eine perfekte Badesaison.

Es scheint, als würden Wind und Wellen in diesen Tagen alles nachholen, was sie seit Mai total vergessen haben. Es gibt derzeit Wellen, von solcher Höhe und Intensität, ich kann mich nicht erinnern, das in diesem Maße schon einmal erlebt zu haben. Pure Naturgewalten – hautnah zu erleben.
photo © cori yoga Insel Usedom

Am Abend des 03. Oktobers, fing der Wind an aufzufrischen. Es begann heftig zu regnen. In den frühen Morgenstunden des folgenden Tages, habe ich noch überlegt, ob ich mein Ostseebad nicht heute ausfallen lassen sollte - Kopfkissen und Zudecke waren da ganz meiner Meinung ;). Die  Morgenröte und das trockene Wetter überzeugten mich dann doch. Außerdem hatte ich ein Ziel:  Die 123 wollte ich dieses Jahr schaffen.

Der starke Wind machte es fast unmöglich,  leichten Schrittes  den Strandaufgang zu überqueren. Das Meer hatte weit über die Hälfte des Strandes für sich eingenommen. Immer wieder schoben sich Wellen noch weiter darüber hinaus. Selbst die Verankerungen der Volleyballnetze bekamen nasse Füße. Es war so witzig anzu- schauen, wir die kleinen Schaumkämme am Ende jedes wässrigen Ausläufers, sich übereinander kräuselnd auf den Strand vorarbeiteten. Das ganze Szenario, war getaucht in ein strahlendes Gelb-Orange des Sonnenaufganges. Wolken und Licht spiegelten sich in den kleinen und großen Strand-Seen. Ein ganz besonderer Anblick. Ich war so froh, meinen inneren Schweinehund besiegt zu haben.
photo © cori yoga Insel Usedom

Leider meinte es mein Akku nicht so gut mit mir und so bin ich dankbar, wenigsten ein paar Aufnahmen von diesem Morgen in den Kasten gekriegt zu haben. Angesichts der Tatsache, dass die folgenden Tage der Trübnis und dem Regen zum Opfer fallen werden, bin ich heute noch glücklicher darüber.


Zur Krönung dieses faszinierenden Tagesanbruchs, musste ich mich unbedingt in die Fluten stürzen. Natürlich nur bildlich. Eine Herausforderung war es schon, einen trockenen Platz für die Sachen zu finden und sie dann so zu beschweren, dass ich anschließend auch angezogen nach Hause fahren konnte.

Es ist kaum möglich gegen die Kraft und Geschwindigkeit anzukommen,  mit der die Wellen an den Strand schlagen. Am Horizont türmen sich die Wellen wohl meterhoch übereinander. Um nicht Gefahr zu laufen, umgerissen und so komplett nass zu werden, reicht es, sich zwischen den Wellenbergen zu ducken, um so ins kühle und erfrischende Nass einzutauchen. Jedes Mal aufs Neue eine Wohltat. Herrlich! Das Wasser hatte an diesem Morgen noch 14° C, die Luft über 13° C.

photo © cori yoga Insel Usedom

Gestern und heute war es mir nicht mehr vergönnt. Heute scheint der Regen kein Ende zu finden. Die Richtung aus der der Wind kommt, lässt Wetter und Stimmung ungemütlich sein. Irgendwie scheint mir dieses Saisonende nun doch zu abrupt. Wasser- und Lufttemperaturen sind noch immer annehmbar. In vorangegangenen Jahren, habe ich aufgrund der kalten Temperaturen mein Morgenritual beendet. Aber irgendwann hat alles ein Ende...

Mit einem weinenden und einem lachende Auge, nehme ich heute also offiziell Abschied von diesem wundervollen Sommer. Besonders dankbar, auch im Sinne der vielen Inselgäste, bin ich für den langen und unglaublich schönen Spätsommer. Eine gute Entschädigung für den entgangenen Sommertage im Juli und August. Unglaublich lange konnte ich so dieses Jahr das Meer genießen. Von Mai (06.)  bis Oktober (04.)- täglich, wenn es möglich war. Es waren 120 wunderbare Morgende in und zwischen den Elementen. 

photo © cori yoga Insel Usedom

Es scheint als würden Meer und Wind dabei sein einen Schlussstricht zu ziehen und so das Vergangene abschließen. Nach dem Motto „Schwamm drüber“ wird der Strand gereinigt und geordnet. Der Wind lässt keine Ecke ungefegt.

Verstehen wir das als Einladung und tun wir es ihnen doch gleich! Lassen wir los, was war, werden frei wie der Wind sowie fließend leicht, gleich dem Wasser. Sehen wir nach vorn und freuen uns auf den Herbst und genießen unbeschwert die letzten Monate des Jahres.

Mit stürmischen Herzensgrüßen,
Constanze



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